Shades of Grey – Gefährliche Liebe von EL James

Willkommen zurück im Tal des Leidens und des Elends. Willkommen zurück bei Ana und Christian. Drei Tage sind seit der Trennung vergangen und Ana leidet schrecklich. Natürlich bleibt sie ihrem Verhaltensmuster treu. Es wird geheult, es wird gefastet. Teil zwei der Shades of Grey-Trilogie schließt also nahtlos an Teil eins an.

Nach ihrer Trennung hat Ana ihren neuen Job angetreten. Wie nicht anders zu erwarten ist sie mit ihrem Kopf weiter bei Christian. Versucht ihn und sein Verhalten zu analysieren. Und wie zu erwarten lässt das erste Mail nicht lange auf sich warten. Der erste Kontakt nach der Trennung. Schön anonym über das Netz. Um es kurz zu machen – Ana lässt es zu, dass Christian sie zur Ausstellung ihres Freundes bringt. Selbst fahren kann sie ja nicht. Schliesslich hat sie das Auto von Christian ja verkauft. Vielleicht hätte ihr auch jemand sagen können, dass man sich Autos mieten kann?

Kaum treffen unsere Helden wieder aufeinander, geht es auch schon weiter mit dem Gezänk und Liebesgesäusel. Eine Endlosschleife von Vorhaltungen über Anas Essverhalten, Christians Eifersüchteleien, seine Berührungsängste, seine Bevormundungen und seinem guten Aussehen geht los. Es zeigt sich jedoch, dass Ana nicht mehr alles widerspruchslos hinnimmt und auch zurückredet. Jedoch bleibt es dabei und das zieht sich das ganze Buch durch. Christian schimpft, Ana entschuldigt sich.

Auf Seite 28 taucht dann auch wieder Anas innere Göttin auf. Dieses Geschöpf in Anas Phantasie erweckt den Wunsch in mir gewalttätig zu werden. Das Buch zieht sich also ca. 420 Seiten hin. Gefühlte 20000 Mal fallen dabei die Wörter: Ach, Oh, Christian, Ana, Oh Gott.

Nach dem ersten Treffen einigt man sich also auf einen Neuanfang. Blümchensex und die Hard Limits werden neu definiert. Keine Regeln, kein Vertrag.

Damit auch der fanatischte Fan nicht aus Versehen ins Koma fällt, muss natürlich etwas Spannung her. Und so muss sich Ana schon sehr bald mit einer völlig durchgeknallten ExSub von Christian herumschlagen. Ausserdem stellt ihr der neue Chef ständig nach und dann gibt es auch noch Mrs. Robinson.

Während bei den ersten zwei Krawallmacher schnell klar wird welche Ziele sie verfolgen, erscheint Mrs. Robinson sehr undurchsichtig. Immer wieder trifft Ana auf sie und will nichts mit ihr zu tun haben. Doch Christians Mentorin/Geliebte wie auch immer bleibt hartnäckig und man bekommt einen Eindruck woher Christian seine Stalker-Qualitäten hat.

Christian zeichnet sich wieder durch aussergewöhnliche Sensibilität aus und schleift Ana zur Rundumerneuerung (man geht auf ein exklusives Sommerfest bei Christians Eltern) in einen Schönheitssalon der Mrs. Robinson gehört. Dass Ana dort an einem Nervenzusammenbruch vorbeischrammt erklärt sich von selbst.

Mrs. Robinson ist und bleibt ein Thema und es darf befürchtet werden, dass die Schrulle auch im nächsten und letzten Teil ihren Platz bekommt. Weiters wird Christians Mutter beleuchtet. Die Einblicke in Christians Kindheit sind düster und traurig. Natürlich ist sein Schicksal grausam und weckt Mitleid. Jedoch nicht soviel um seine verkorkste Persönlichkeit als Erwachsener zu begreifen.

Von dem Dom Christian ist nicht viel übrig geblieben. Man hat Blümchensex und ab und an kommt seine juckende Hand zum Einsatz. Dazu brauch ich keinen BDSM-Aufhänger, das kriegt man auch in jedem anderen Erotik-Roman geboten. Und auch kleine Fesselspielchen sind jetzt nicht wirklich was Neues!

Wie schon in Teil eins läuft viel Kommunikation via Mail ab. Es versteht sich von selbst, dass die Herrschaften einen Blackberry benutzen. Ihr interaktiver Schlagabtausch ist durchaus amüsant zu lesen und lockert die Eintönigkeit des Buches doch auf.

Fazit:

Christian wird immer mehr zum jammernden Langeweiler, der einer absolut neurotischen Trulla nachhechelt, die sogar zu doof ist regelmäßig die Pille zu nehmen. Irgendwann wird man ihrer inneren Göttin überdrüssig, möchte man Christian eine Glatze scheren weil er sich ständig nach dem Liebesspiel durch die roten Haare wuschelt. Und Ana sollte in eigener Sache Dr. Flynn aufsuchen. Ihre Selbstwahrnehmung lässt doch zu wünschen übrig.

Wenn ich einen Einblick in die Welt der Reichen und Schönen werfen will, dann guck ich Exklusiv auf RTL und wenn ich was von SM lesen will, dann bin ich mit Büchern von Linda Mignani, Kat Marcuse oder Alexandra Amber besser bedient.

3 Kommentare zu „Shades of Grey – Gefährliche Liebe von EL James

  1. wunderbare Rezi 🙂
    durch Happ- End-Book bin ich auf deinen Blog gestoßen und werd sicher öfters hier vorbeischauen ^^
    Lieblingsstelle: „Auf Seite 28 taucht dann auch wieder Anas innere Göttin auf. Dieses Geschöpf in Anas Phantasie erweckt den Wunsch in mir gewalttätig zu werden.“
    LG

  2. @ xoxoJade – lieben Dank 🙂

    @ Tina – Jeder darf seine Meinung haben. Und wenn dir das Buch gefällt, dann ist es auch völlig in Ordnung. Ich spiele mich bestimmt nicht auf und versuche andere von meiner eigenen Meinung zu überzeugen.

    LG kopfnüsse

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