Wo die Hoffnung lebt – Linda Lael Miller

Brody Creed ist nach Jahren der Rastlosigkeit zurück nach Hause gekommen. Und endlich hat er sich auch mit seinem Zwillingsbruder Connor ausgesöhnt, mit dem er sich wegen einer Frau zerstritten hat. In Lonesome Bend will er sich nun also niederlassen, hat ein Stück Land gekauft und lässt dort ein Wohnhaus und Stallungen errichten. Doch in der Stadt lebt auch eine Frau, der er vor vielen Jahren das Herz gebrochen hat: Carolyn Simmons.

Und Carolyn leidet noch immer an Brodys Verrat. Es ist auch eine Ironie des Schicksals, dass Carolyns Geschäftspartnerin und Freundin Tricia ausgerechnet mit Brodys Bruder verheiratet ist und sie sich so ständig über den Weg laufen. Ein normaler Umgang, oder gar Freundschaft scheint unmöglich – wäre da nicht die Anziehungskraft zwischen Carolyn und Brody.

Beide Protagonisten sind den Lesern der Reihe schon bekannt. Während Brody bereits im ersten Teil, der von Steven handelt, seinen Auftritt hat, lernt man Carolyn im zweiten Teil, der von Connor und Tricia handelt, kennen. Und beide Protagonisten machten dabei eine recht gute Figur bzw. versprachen dann in ihrer eigenen Geschichte interessant zu werden.

Dem war leider nicht so. Schon auf den ersten Seiten kämpft Carolyn mit feuchten Augen und Tränen. Und ja, es werden viele Tränen vergossen. Das ganze Buch hindurch. Leider erweckten diese Tränen bei mir kein Mitleid, sondern eher Aggressionen. Carolyn ist leider eine völlig hysterische und sich im Selbstmitleid suhlende Frau, die man wirklich nicht als Freundin haben möchte.

Brody hingegen ist stur und von sich überzeugt. Absolut schmerzfrei und blind und taub für Ratschläge wohlwollender Menschen. Obwohl er Carolyn niemals vergessen konnte und obgleich es das Schicksal mit ihm wirklich nicht gut gemeint hat, fehlt auch hier das Verständnis für sein Verhalten. Schon viel früher hätte er sich Carolyn offenbaren können und versuchen die Probleme aus der Vergangenheit zu beseitigen.

Stattdessen quält man sich gefühlte 1000 Seiten durch ein Tal von Tränen, Selbstmitleid, sich gebetsmühlenartig wiederholende Diskussionen und wieder Tränen. Hatte ich schon erwähnt, dass hier viel geweint wird? Wenigstens verzichtete die Autorin diesmal auf einen fadenscheinigen Krimiplot und eine flotte Schwangerschaft der Protagonistin. Am Ende hätte es noch mehr Tränen gegeben!

Es hat der Geschichte auch keinen Deut gut getan, dass es sich hier um zwei gequälte und vom Schicksal gebeutelte Protagonisten handelt. Hingegen glänzten Connor, Tricia, Onkel Davis und Tante Kim als wirklich angenehme und amüsante Nebenprotagonisten. Leider hat mich das Buch sehr enttäuscht und für das Pferd am Cover gibt es einen freundlichen Stern!

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