Eine Marcelli weiß, was sie will – Susan Mallery

Vor über 10 Jahren waren Brenna Marcelli und Nic Giovanni ein Liebespaar. Ein heimliches Liebespaar, denn die Familien sind seit Generationen verfeindet und eigentlich weiss man gar nicht mehr so genau was der Auslöser dafür war. Doch die Liebe von Brenna und Nic zerbrach. Sie verloren sich aus den Augen und gingen am Ende ihre eigenen Wege. Nun ist Brenna mehr oder weniger von ihrem untreuen Mann geschieden und lebt wieder auf dem Weingut der Großeltern. Dort kracht sie mit schöner Regelmäßigkeit mit ihrem starrsinnigen und nervtötenden Großvater aneinander.

Brenna ist klug, versteht etwas von Wein und dem Land. Sie will sich einbringen, gerät bei Lorenzo aber immer schnell an ihre Grenzen. Und so versucht sie ihren eigenen Weg zu gehen. Doch nur Nic erbarmt sich schliesslich und gibt ihr ein nicht unbeträchtliches Darlehn. Doch während Brenna ihr Glück kaum fassen kann, ist für Nic alles nur ein Spiel. Und Brenna und das Darlehn nur ein weiterer Aspekt eines Racheplans.

Im dritten Teil der Marcelli-Serie bekommt der Plot einen Romeo/Julia-Aspekt. Leider hört sich die Geschichte interessanter an, als sie dann tatsächlich ist. Während Nic also 7 (!!!) Jahre einen Racheplan in der Schublade hat, diesen regelmässig überholt und perfektioniert, erweist sich Brenna als ziemlich anstrengend und familienhörig. Ihr Herz hängt an dem Marcelli Weingut und es bricht ihr fast das Herz, dass ihr Großvater es lieber dem plötzlich aufgetauchten Bruder vererben oder es verkaufen will, als es ihr zu geben.

Ständig erlebt man mit, wie der Großvater ihre Pläne ignoriert, sie für doof hinstellt und sie übergeht. Dass das alles natürlich ausgetüfftelter Plan des alten Fuchs ist, erfährt der gequälte Leser dann aber erst am Schluss. Dazwischen braucht es viel Kraft bei der Sache zu bleiben. Die Leidenschaft zwischen Nic und Brenna flammt jedoch wieder auf und sie sehen sich regelmäßig. Wie gesagt – Brenna ist happy weil alles so toll läuft. Nic hingegen kriegt mit der Zeit Gewissensbisse, stoppt jedoch nicht seinen Rachefeldzug und so rollt der Castortransport zielstrebig der Katastrophe entgegen.

Ich muss gestehen, dass mir die Protagonisten in den vorigen Teilen sympathischer waren. Und ich hatte mich schon sehr auf ihre Geschichte gefreut. Allerdings sind die Rückblenden in die Vergangenheit für Brenna wenig schmeichelhaft. Dafür ist Nic dann in der Gegenwart nicht wirklich ein Sympathieträger. Ausser seinem guten Aussehen spricht wohl nicht wirklich etwas für ihn. Ausserdem wird dann in diesem Teil noch die Figur des Joe Larson näher beleuchtet. Der Bruder von Brenna und ihren Schwestern, den man nach der Geburt zur Adoption freigegeben hat.

Ja, wieso eigentlich? Also in diesem Erzählstrang hat sich die Autorin leider ganz gewaltig vergaloppiert. Also Joe ist total sympathisch und interessant – keine Frage. Aber als Leser begreife ich nicht, wieso der alte Lorenzo die Adoption erzwungen hat? Das wirft für mich ein sehr schlechtes Licht auf Marco – den Vater der Marcelli Geschwister. Und ich muss schon sagen, dass der Mann wirklich keine Eier in der Hose hat. Kein Wunder, dass sich alle in der Familie der Launen des alten Lorenzos so willfährig unterordnen.

Wieder war es sehr viel Familie. Allerdings ging es hier mehr darum wie sich die Protagonistin in ihrer Jugend gefühlt hat und unter welchem Druck sie eigentlich gestanden hat. Während mich dieses betüddelnde und oft etwas zu neugierige Clansgedöns in den anderen Teilen amüsiert hat, ging es mir hier einfach nur auf die Nerven. Mich wundert ja, dass die Mädchen alle in die Schule gehen durften und nicht mit 15 an den Meistbietenden verschachert wurden. Es spricht ja nicht gerade für Verstand oder Fürsorge ein Mädchen in eine Ehe zu drängen, die sie selbst gar nicht wirklich will. Und das im Amerika des 21ten Jahrhunderts.

Natürlich bleibt am Ende nichts geheim und alle Protagonisten müssen Farbe bekennen. Selbst das Geheimnis um die Familienfehde wird gelüftet. Zum Glück! Was hätte da auch noch in den zwei Folgebänden kommen sollen? Für Nic und Brenna gibt es ein Happy End, das jedoch für mein Gefühl ein wenig unausgegoren war. Ein paar Seiten mehr hätten dem Buch am Ende nicht geschadet.

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