Süß wie die Sünde – Victoria Dahl

Als Marissa York von ihrem Bruder bei einer Indiskretion erwischt wird, ist aber der Teufel los. Zwar bietet ihr Verführer sofort die Ehe an, doch Marissa – wenig beeindruckt von seinem Können – lehnt brüsk ab. Doch ein Skandal scheint unausweichlich und Marissas Brüder suchen fieberhaft nach einem Idioten, der die entehrte und möglicherweise auch schwangere Marissa heiratet – wenn sie ihren Verführer schon nicht will.

Da bietet sich Jude Bertrand, ein Freund von Marissas Bruder Aidan, an. Er kennt die bildschöne Marissa und fühlt sich von ihrem Wesen angezogen. Während Marissa eine wunderschöne und begehrte Frau ist, ist Jude … eben anders. Er ist groß, wirkt grobschlächtig und auch wenig attraktiv. Jedoch ist er ein netter Kerl, der auch noch über Herz und Humor verfügt. Er selbst ist der uneheliche, aber anerkannte Sohn eines Herzogs und einer französischen Kurtisane. Marissa ist über seinen Antrag entsetzt, doch ihre Brüder lassen ihr keine Wahl. Entweder Jude, oder ihr Verführer.

Schon auf den ersten Seiten zeigt sich das Talent der Autorin die Situationen sehr witzig und komisch zu beschreiben. Sie nimmt die moralischen Erwartungen und den Klatsch der Gesellschaft wirklich auf humorvolle Art und Weise aufs Korn. Das Buch liest sich flüssig und für eine Weile ist das Buch ein richtiges Wohlfühlbuch.

Allerdings erweist sich die Protagonistin schnell als unerträglich verwöhnt, oberflächlich und naiv. Und genauso schnell verspielt sie jede Sympathie, die sie beim Leser hervorgerufen hat. Hingegen ist Jude – trotz seiner mangelnden Attraktivität – ein absoluter Sympathieträger. Ich moche ihn von der ersten Seite an und ich hab mit ihm wirklich mitgelitten. Allerdings ist mir nicht ganz klar wie hässlich er nun wirklich ist.

Jude und Marissa gehen also vorerst eine Scheinverlobung ein und lernen sich zwangsläufig kennen. Und Marissa erkennt, dass mehr in Jude steckt und ist dann auch überrascht, dass Jude auf andere Frauen sehr attraktiv und begehrenswert wirkt. Jedoch versteigt sie sich immer wieder zu verletzenden Bemerkungen und das wirft absolut kein gutes Licht auf Marissa.

Ausserdem stellt sich mit der Zeit heraus, dass Marissa in den vergangenen Jahren absolut kein Kind von Traurigkeit war und dass sie schon ihre Erfahrungen gemacht hat. Das alles wäre für mich als Leser jetzt nicht so tragisch, auch wenn dieser Teil des Plots ein wenig unglaubwürdig ist. Jedoch ist und bleibt die Protagonistin absolut unerträglich, unvernünftig und auch sehr opportun.

Leider kann ich das Buch nicht besser bewerten, auch wenn der Plot und der Schreibstil wirklich gut waren. Auch der Held war sympathisch und Marissas Familie äusserst unterhaltsam. Aber Marissa York ist leider so liebenswert wie tollwütige Dogge.

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