Entführung nach Alhalon – Charlotte Engmann

Um seine Gefährten zu schützen, begibt sich der Nomade Shann in die Hände von Iskander, dem Khedir von Alhalon. Iskander nimmt Shann mit in seine Herrschaft um eine mit ihm als Geisel eine gute Verhandlungsbasis mit Shanns Vater zu haben. Dieser ist nämlich ein Sheik der Nethiten, einem Normadenstamm und sein Volk scheint für Überfälle und Unruhe in der Gegend verantwortlich zu sein.

Iskander, der deutlich älter als Shann ist, findet Gefallen an dem jungen Nomaden und nach den Verhandlungen mit Shanns Familie, verbleibt Shann in Alhalon. Er wird Iskanders Geliebter und kümmert sich um dessen Pferdezucht. Doch die Unruhen und Intrigen enden nicht. Tatsächlich nehmen sie zu und Iskander wird Opfer eines Giftanschlages.

Es ist eine Geschichte wie aus 1001 Nacht, in die Charlotte Engmann den Leser entführt. Das Setting ist überaus spannend und wie ich meine sehr gut gelungen. Die Schauplätze sind exotisch und die Gesellschaftsstruktur erinnert an die Feudalherrschaft im Nahen und Mittleren Osten der vergangenen Jahrhunderte.

Diese Gaygeschichte geizt nicht mit prickelnder Erotik, die jedoch nie geschmacklos oder derb ist. Daneben gibt es auch noch ein wenig Magie und politische Intrigen. Die Protagonisten sind durchaus einnehmend beschrieben, bleiben jedoch ein wenig oberflächlich. Mich persönlich hat der Altersunterschied zwischen Iskander und Shann nicht gestört. Auch nicht das ausgeprägte Dominanzverhalten, das Iskander an den Tag gelegt hat.

Aber die Figur des Shann blieb zum Ende hin ein wenig widersprüchlich. Einerseits ordnete er sich Iskander relativ schnell unter, beharrt jedoch auf seine Unabhängigkeit und versucht diese seiner Umwelt immer wieder klar zu machen. In meinen Augen passt das jedoch nicht zusammen, weil er Iskander eben nicht ebenbürtig ist und bleibt. Genauso bleibt die Entwicklung verschiedener Protagonisten auf der Stelle bzw. es fehlt einfach eine Erklärung deren Veränderung nach Zeitsprüngen.

Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen. Auch, dass Charlotte Engmann mit übertriebener Gefühlsdusselei gespart hat. Jedoch gibt sie den Protagonisten am Ende hin den Raum sich auch emotional zu finden und dies zu artikulieren.

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