Der Duft von Bergamotte – Florentine Roth

Als die Fotografin Elisa nach sechs Jahren wieder auf den Familiensitz in der Nähe von Düsseldorf zurückkehrt, muss sich die junge Frau mit ihrer Familie und den Schatten der Vergangenheit auseinandersetzen. Damals starb ihr Vater und Elisa und ihre Mutter kehrten nach einem äussert unangenehmen und verletztenden Vorfall der Familie den Rücken. Konsequent hat Elisa auch jeden Kontakt zu ihrer Familie abgewehrt und den Kontakt abbrechen lassen.

Grund für ihren Besuch ist eine plötzliche Erkrankung ihres Onkels Matthias, der nach einem Herzanfall im Krankenhaus liegt. Obwohl sie kein gutes Gefühl hat, fährt Elisa nach Düsseldorf und trifft dort auf ihre Tante Helen, deren Kinder Lukas und Kristina, sowie ihrem Sohn David aus erster Ehe. Ausserdem lebt nun auch Helens Bruder Justus bei der Familie. Doch Elisa fühlt sich nur in Gegenwart von Agathe – einer Hausangestellten – wohl. Elisas Umgang mit der Familie gleicht einem Gang auf rohen Eiern. Zudem Elisa immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.

Sie erinnert sich an glückliche Tage mit Kristina und Lukas, die wie Geschwister für sie waren, an David, der immer schon irgendwie ausserhalb der Familie gestanden hat und für den Elisa immer geschwärmt hat. Und natürlich auch an ihren Vater Arndt, den sie noch heute schmerzlich vermisst. So beginnt für Elisa – während sie mit der Familie auf Matthias Genesung wartet – eine Reise in die Vergangenheit. Doch dabei passieren kleine Unfälle, die Elisa verschrecken und jemand droht ihr mit kleinen Nachrichten, die sie immer wieder in ihrem Zimmer findet.

Das Debüt von Florentine Roth ist eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und Krimi. Zweiteres steht normalerweise nicht bei mir im Regal. Zumindest nicht in dieser Kombination. Die Autorin erzählt Elisas Geschichte in der Ich-Form und bedient sich einer sehr schönen Sprache. Das Buch liest sich sehr gut und hat auch keine Längen. Für einen Krimi-Muffel wie mich, hatte es genau die richtige Spannung und die Vorfälle um Elisa sind sehr gut beschrieben.

Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Elisa und David bekommt weniger Platz, dafür zieht sich eben die Bedrohung Elisas wie ein roter Faden durch das Buch. Und es ist schnell klar, dass jemand aus der Familie ihr Böses will. Doch es dauert wirklich lange, bis der Leser auf den richtigen Trichter kommt.

Zwei Kritikpunkte möchte ich jedoch noch erwähnen. Neben Elisa, kommt auch ihr Widersacher zu Wort. Und auch hier bedient sich die Autorin der Ich-Form. Für mich war das am Anfang etwas irritierend und irgendwann war es auch etwas anstrengend. Ein Wechsel wäre hier sehr schön gewesen. Ausserdem fand ich persönlich das Ende dann etwas schnell und knapp. Natürlich löst sich die Geschichte auf und die letzten Geheimnisse werden gelüftet, jedoch lässt das Ende den Leser trotzdem ein wenig unbefriedigt zurück.

Dennoch hat mir das Buch gut gefallen und ich werde die Autorin weiter im Auge behalten.

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