Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl – Poppy J. Anderson

Auf den ersten Blick wirkt Dupree Williams wie ein typischer Footballer. Schlicht im Gemüt, protzig im Aussehen und unverschämt Frauen gegenüber. Doch in dem jungen Sportler steckt viel mehr, als der erste Blick auf ihn erahnen lässt. Das begreift auch Sarah Matthews, die eigentlich einen ziemlich schlechten Eindruck von Dupree hat. Doch ob sie nun will oder nicht – sie muss über Dupree einen Artikel schreiben. Denn Sarah arbeitet für die New Yorker Brustkrebs Hilfe und Dupree ist deren Aushänge-Schild. Wieso genau der Footballer sich dafür bereit erklärt hat, kann Sarah sich auch nicht erklären.

Doch nachdem Sarah ein wenig Zeit mit dem manchmal linkisch wirkenden Dupree verbringt, erkennt sie in ihm einen sehr sanftmütigen, klugen und bescheidenen Menschen. Jemand, der wirklich Herz hat und einfühlsam ist. Dabei hat Dupree das Gefühl von seinen Mitmenschen und Freunden nicht ernst genommen zu werden. Und die Frauen seiner Mitspieler halten ihn alle nur für süss und sind regelrecht vernarrt ihn. Was vermutlich auch daran liegt, dass Dupree sich sehr gerne als ‚Babysitter‘ und ‚Spielkamerad‘ für die Brut seiner Freunde ‚mißbrauchen‘ lässt. Tatsache ist jedoch, dass Dupree ein gutes Gespür für Kinder hat. Und dank seiner eigenen schweren und einengenden Kindheit und Jugend, kann er gut mit Kindern umgehen.

Wie Dupree stammt Sarah ursprünglich aus dem Süden. Doch während Dupree und seine Familie schon früh vom Vater im Stich gelassen wurden, kommt Sarah aus geordneten Familienverhältnissen und hat ein wunderbares Verhältnis zu ihrer Familie. Doch auch in ihrer Vergangenheit gibt es einen dunklen Punkt, der sie oft quält und vor allem in Beziehungen zu Männern extrem belastend für die attraktive Frau ist. Sarah ist eine sehr angenehme und sympathische Protagonistin, die mir durch ihre stille und würdevolle Art sehr gut gefallen hat.

Duprees Geschichte ist süss – um nicht zu sagen zuckersüss und es besteht ernsthaft Gefahr sich dabei Karies einzufangen. Doch niemand schafft es so gekonnt und elequent Kitsch und Popcornkino zu Papier zu bringen und es dabei auch noch lesbar zu schreiben wie Poppy J. Anderson. Ich bin wahrlich keine Freundin von klischeebehafteten Geschichten und Plots. Oder von zu ’süssen‘ Helden. Und auch wenn die Geschichte – natürlich – zu einem vorhersehbaren Ende kommt, war es sehr berührend zu lesen wie Sarah und Dupree sich finden.

Anders als Julian oder Brian, ist Dupree kein ‚Macher‘! Er ist der liebenswerte und liebenswürdige Dupree, aus dem im Grunde niemand schlau wird. Denn Dupree hat sich nie wirklich in seinem Star-Image verloren und ist eigentlich sehr bodenständig geblieben. Leider schleppt er da einen kleinen Frauen-Komplex mit sich herum. Doch dann rauscht Sarah in sein Leben und er fühlt sich sofort zu ihr hingezogen, auch wenn er keine Ahnung hat wie er die Schöne erobern soll.

Doch ‚Gut Ding, braucht Weil …‘ – und so erobert schliesslich auch Dupree seine Herzdame. Während des Lesens hatte ich immer rosa Konfetti vor Augen und den Geruch von Vanille in der Nase. Süss eben. 😉 Doch das Buch ist jetzt nicht nur eine süsse Liebesgeschichte, denn die Autorin nimmt sich auch eines sehr ernsten Themas an: Brustkrebs. Und ich fand es toll wie sie Sarahs Empfindungen zu Papier gebracht hat. Aber auch die Gedanken der Männer von Betroffenen. Das fand ich sehr berührend.

Vielen Dank für Duprees Geschichte, die so ganz anders als erwartet ausgefallen ist und mir einige schöne Lesestunden beschert hat.

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