Im Paradies der Sünde – Janet Mullany

Freunde von Louisa, die jedoch nur Lou oder Loulou genannt wird, planen ein Hotel der besonderen Art und laden ihre verwitwete Freundin ein. Lou, die eigentlich in Amerika lebte, nimmt die Gelegenheit wahr um sich so auch vom Tod ihres geliebten Mannes zu erholen. Noch immer nicht hat sie seinen Tod überwunden und sich seit Julians Tod eigentlich auf der gemeinsamen Ranch verkrochen, die sie nun verkaufen möchte. Als Jane-Austen-Expertin soll sie ihren Freunden auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn wer Urlaub auf Paradise Hall macht, soll sich in der Zeit Jane Austens wieder finden. Dazu gehören Kleidung, gesellschaftlicher Umgang und Zeitvertreib ….

Auf Paradise Hall lernt Lou dann die anderen Gäste, aber auch Angestellte des Hotels kennen. Darunter den Journalisten Mac und den blutjungen ‚Diener‘ Rob. Lou fühlt sich von beiden Männern angezogen und verliert sich schon sehr schnell in einem Strudel von Lust, Begehren und Leidenschaft. Doch noch immer vermisst sie ihren Mann schmerzlich und es gelingt ihr nur schwer sich wirklich fallen zu lassen.

Während Mac ein Mann Mitten im Leben ist; sexuell erfahren, eloquent und geschickt im Umgang mit Frauen ist, verkörpert Rob den jungen und unerfahrenen Mann. Neugierig auf jedes erotische Abenteuer, das ihn vielleicht ein wenig die Sorgen seines Lebens (kaputte Familie) vergessen lässt. Und beide haben Interesse an der schönen Witwe, die sich eigentlich zurück halten will. Doch auf Paradise Hall ist die Stimmung prickelnd und scheint ständig sexuell aufgeladen zu sein. Und auch die anderen Gäste – teilweise Freunde und Geschäftspartner der Besitzer Chris und Peter – zeigen nur wenig Hemmungen.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven (Rob, Lou, Mac, Peter und Chris) erzählt. Dadurch verliert die Geschichte leider sehr schnell an Schwung und die Protagonisten bleiben sehr blass und oberflächlich in ihrer Charakterisierung. Zwar erfährt man Häppchenweise von den handelnden Personen, doch einfach viel zu wenig um sich wirklich ein Bild von ihnen machen zu können. Die Autorin beschreibt die historischen Gewänder – die die Gäste des Hauses und die Dienerschaft tragen müssen – sehr genau und gibt auch einen guten Einblick in die gesellschaftlichen Umgangsformen von Jane Austens Zeit.

Jedoch bleibt damit die Geschichte auf der Strecke. Leider konnten – für mich persönlich – die erotischen Szenen die Geschichte auch nicht mehr retten. Teilweise fand ich die sexuellen Begegnungen (egal in welcher Konstellation) unmotiviert und lieblos hingeschrieben. Es gab keine prickelnden Sequenzen oder gar mal etwas Neues zu lesen. Im Grunde sehr zahm für einen erotischen Roman.

Von den Protagonisten ist einzig Rob, der den Leser mit seiner Unschuld, Unerfahrenheit und Neugierde ein wenig berührt. Mac ist ein sehr abgebrühter Mann, der keiner sexuellen Begegnung aus dem Weg geht und dabei auch ein wenig rücksichtslos wirkt. Man könnte sagen, er nimmt alles mit was nicht bei drei auf dem nächsten Baum ist. Lou hingegen ist manchmal zaudernd, dann wieder fordernd. So richtig schlau wird man aus dieser Heldin nicht. Und selbst beim Sex hat man nicht das Gefühl, dass sie besonders enthusiastisch bei der Sache ist.

Leider kann ich das Buch nicht besser bewerten. Der ursprüngliche Plot war gut und es lag bestimmt nicht an der Übersetzung, dass ich so überhaupt keinen Zugang zur Geschichte und den handelnden Personen gefunden habe.

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