Unverhofft verliebt – Poppy J. Anderson

Da es mit den Männern nicht wirklich klappt und die Architektin Claire ihre biologische Uhr ticken hört, möchte sie ein Baby. Dabei spielt sie sogar mit dem Gedanken eine Samenbank aufzusuchen. Ihre Freundinnen – vor allem Liv – halten das für keine sonderlich gute Idee und versuchen Claire lieber zu verkuppeln. Doch die Dates entpuppen sich als Nieten und Enttäuschungen. Dennoch gibt Claire nicht auf und versucht es immer wieder. Als sie dann auch noch von einem Date versetzt wird, hat sie die Nase voll und lässt sich Hals über Kopf auf einen One Night Stand ein. Und der hat Folgen!

Wenig später stellt Claire fest, dass ihr Kinderwunsch-Problem gelöst ist, denn sie ist schwanger! Doch so hat sie sich das nun wirklich nicht vorgestellt und nun kommen ihr natürlich Zweifel, ob sie dieser ganzen Situation überhaupt gewachsen ist. Allerdings kennt sie nur den Vornamen ihres One Night Stand und besonders gesprächig war Grant nun auch nicht. Umso grösser ist die Überraschung oder auch der Schreck, als sich ihr neuer Frauenarzt als Grant, ihr One Night Stand herausstellt. Und der attraktive Grant ist nicht dumm. Schnell kapiert er, dass er der Vater von Claires Baby ist. Und das macht den gefühlskalten Arzt nicht wirklich glücklich. Denn Vater möchte er eigentlich nicht werden!

Claire ist längst fixer Bestandteil der New York Titans Reihe und hat immer wieder ihre Auftritte. Bisher konnte ich sie schwer einschätzen und phasenweise ging sie mir auch auf die Nerven. Doch in ihrem eigenen Buch lernt man sie dann besser kennen und erfährt auch, wieso sie ein solch Auftreten an den Tag legt. Wieso ihr Klamotten und ihr Äusseres so wichtig sind. Sie ist eine durchaus starke Frau, die dann leider durch die Schwangerschaft auf eine ziemliche Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt wird. Kinderlosen Frauen könnte ihr Verhalten nicht gefallen, aber ich konnte Claire wirklich gut verstehen.

Grant hingegen ist ein ziemlich ambivalenter und komplizierter Protagonist. Zwar sieht er gut aus und hat das gewisse Charisma, allerdings ist er weder liebenswürdig, noch freundlich. Für mich persönlich ein wirklich extrem schwieriger Charakter, den ich im realen Leben eher aus dem Weg gehen würde. Natürlich kann man Grants Entsetzen und auch Ärger verstehen. Immerhin wird er Vater von einer Frau, die er insgeheim doch für eine Schlampe hält. Und da kann er sich rausreden was er will. Ich habe sein Verhalten genauso verstanden!

Dass nun Grant und Claire doch zusammen kommen, das ist schon fast ein kleines Wunder. Denn irgendwie scheinen sie so gar nicht zusammen zu passen. Der stoische und abweisende Grant und die temperamentvolle, manchmal schon zickige Claire. Anfangs wollte ich sie mir weder als Paar, noch als Eltern vorstellen. Doch im Laufe der Schwangerschaft lernen sie sich kennen und irgendwann auch schätzen. Es dauert eine Weile bis zwischen ihnen wirkliche Gefühle aufkeimen und das fand ich sehr schön beschrieben. Was mir weniger gefallen hat, war Grants Grund keine Kinder zu wollen. Sorry Poppy, das war ein bisschen an den Haare herbeigezogen und für mich nicht nachvollziehbar. Aber es hat natürlich erklärt, wieso Grant in New York einen Neustart hingelegt hat.

Trotz dieser Kritikpunkte fand ich das Buch wieder sehr schön geschrieben, wenn auch eine Spur zu kurz. Zwei Kapitel mehr wären da doch noch drinnen gewesen.

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