Wohin das Herz uns trägt – Kristin Hannah

Die Kinder- und Jugendpsychologin Julia steht vor den Trümmern ihrer Karriere. Nachdem eine jugendliche Patientin in einem Amoklauf einige Menschen ermordet und später Selbstmord begangen hat, steht sie im Kreuzfeuer der Kritik – und auch vor Gericht. Doch auch der Freispruch bringt Julia kein Glück. Denn längst ist sie in den Medien die Schuldige für diese Tragödie und ihre Patienten bleiben aus. Auch privat ist Julia am Ende. Ohne Freund und Freunde hat sie dieses Jahr alleine durchgestanden. Doch dann erreicht sie ein Anruf aus der Heimat. Ihre Schwester Ellie benötigt ihre Hilfe. Obwohl Julia schon ewig nicht mehr in der Heimat war, verlässt sie Kalifornien.

Und tatsächlich wartet in ihrem Heimatort Rain Valley tatsächlich ein Kind auf Julia, das ihrer Hilfe bedarf. Ein schweigsames, zutiefst verstörtes und verängstigtes Mädchen. Julias Schwester – die Polizistin vor Ort – will unbedingt die Eltern des Kindes finden. Doch erst muss das Kind sprechen. Und das tut es nicht. Behutsam nimmt Julia Kontakt zu dem Kind auf und fängt an mit Alice – so wird das Mädchen später genannt – zu arbeiten. Dabei bekommt sie Hilfe von ihrer Schwester, aber auch von Dr. Max Cerrasin, dem Arzt von Rain Valley.

Obwohl Julia erfahren ist, gelingen nur langsam Fortschritte und längst haben die Medien von ihrer Anwesenheit erfahren. Wieder beginnt für Julia ein Tanz auf dem Vulkan und dieser Fall erfordert all ihr Können und ihre Fähigkeiten. Doch nicht nur das Mädchen Alice ist bedürftig. So schleppt auch Max eine schwere Vergangenheit mit sich herum, Julias Schwester Ellie scheint ihr Glück einfach nicht zu finden und auch Julia versucht ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Sensibel, einfühlsam und sehr anrührend erzählt Kristin Hannah die Geschichte von dem Wolfsmädchen Alice, das in der Wildnis überlebt und den Weg zurück in die Zivilisation gefunden hat. Doch sie ist verstört und ängstlich – fängt mit dieser Welt nichts an und fühlt sich von den Menschen bedroht. Erst Julia gelingt es Zugang zu Alice zu erlangen. Und während sie mit dem Mädchen arbeitet, beginnt auch Julias Seele wieder zu heilen.

Es tritt auch wieder ein Mann in ihr Leben. Doch Julia ist vorsichtig. Max ist zu charmant und zu gutaussehend. Und als Psychologin gelingt es ihr schnell sich ein Bild von dem Mann zu machen. Doch auch Julia muss lernen nicht vorschnell zu urteilen und ihren Mitmenschen eine Chance zu geben, damit sie sich ändern oder zumindest weiterentwickeln können. Dies trifft auch auf ihre ältere Schwester Ellie zu. Diese sehnt sich nach einer Familie, hat jedoch schon zwei gescheiterte Ehen hinter sich. Und ein neuer Mann ist nicht in Sicht.

Obwohl Ellie eine wenig einnehmende Persönlichkeit ist, entwickelt auch sie sich positiv und am Ende findet auch sie ‚ihren‘ Traummann. Nur zu dumm, dass er schon ihr ganzes Leben an ihrer Seite war. Allerdings war sie einfach zu blind um ihn zu sehen!

Bis beide Schwestern, die erst lernen müssen sich wieder zu vertrauen, jedoch ihr Happy End finden, dauert es eine Weile. Und sie müssen sich immer wieder neuen Herausforderungen und Probleme stellen. Vor allem dann, als plötzlich ein Mann sich als Alices Vaters zu erkennen gibt.

Ein wunderbares Buch von der grandiosen Kristin Hannah! Allerdings sollten sich etwas rührselige Leser ein paar Taschentücher bereit halten.

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