Pfade im Nebel – Nalini Singh

Sind es ausgerechnet die verfolgten und fast ausgerotteten Empathen, die das sterbende Medialnetz retten können und sollen? Diese Überlegung lässt den Ratsherren Kaleb ein Projekt auf die Füsse stellen. Zehn Empathen sollen sich unter dem Schutz der Pfeilgarde zusammenfinden und gemeinsam mit Sasha Duncan eine Lösung finden. Doch die Empathen, die meist gebrochen oder wirklich nie im Silentium waren, zögern. Auch Ivy Jane, die eines Tages von dem Teleporter Vasic aufgesucht wird. Und doch lässt sich die junge Frau auf das Experiment ein und folgt dem Ruf, der sie tief in das Gebiet der Snowdancer Wölfe führt.

Vasic weiss was auf dem Spiel steht. Er ist ein wichtiger Mann in der Garde, hochbegabt und brandgefährlich. Doch für ihn wird es kein neues Leben. Er ist zu kaputt, zu tief im Silentium und in seinem Körper tickt eine tödliche Gefahr. Doch Ivy Jane lässt ihn ‚wanken‘. Obwohl er sich tief im Silentium glaubt, berührt sie ihn. Und immer mehr und immer tiefer. Vasic wird zu ihrem Schatten und ihrem Leibwächter. Während Ivy und ihrer E-Kollegen nach einer Lösung suchen, schützen die Gardisten die ihnen Anvertrauten. Doch der Virus breitet sich im Netz rasant aus. Und es kommt zu immer tödlicheren und grösseren Ausbrüchen des Virus, das viele Tote und Verletzte zurück lässt.

Während Ivy Jane ein völlig neuer Charakter ist, ist Vasic den Lesern schon über viele Bücher bekannt. Für mich persönlich war dieses Buch ein absolutes Highlight und ich wurde auch nicht enttäuscht. Serien können schon den Schwung verlieren und schwächeln. Oder nicht die Changelings. Vasic ist ein typischer, kalter Medialer. Und doch konnte ich mich von Anfang an für ihn erwärmen und habe sehr gehofft, dass auch er seine Geschichte bekommt.

Und was für eine Geschichte? Sie ist unfassbar tragisch, traurig, spannend, romantisch und fröhlich. Ivy und Vasic sind wie zwei Seiten eine Medaille. Hell und dunkel, gut und böse. Wobei Vasic ja nicht böse ist. Er ist das, was man aus ihm gemacht hat. Und er bereut zutiefst was aus ihm geworden ist. Gegen Ende seines Lebens erkennt er eben ’seine‘ Fehler und die Taten, die soviele andere Mediale ins Unglück gestürzt haben.

Die Hauptprotagonisten sind wunderbar gezeichnet und beschrieben. Beide wurden in ihrer Kindheit gebrochen bzw. konditioniert. Doch während Vasic der Pfeilgarde nicht entkommen konnte – jedoch in Aden einen wunderbaren Bruder und Freund gefunden hat – wurde Ivy von ihrer Eltern in Sicherheit gebracht. Ivys Eltern scheinen zwar im Silentium zu sein, doch es gibt Gesten und Worte, die auf ein eher fragiles Silentium schliessen lassen.

Besondere Tragik und Dynamik bekam das Buch natürlich durch den Aspekt des versagenden Handschuhs, der Vasic vor einigen Jahren implantiert wurde. Und es ist tatsächlich ein Lauf gegen die Zeit. Diese letzten Seiten wurde von Nalini Singh so dramatisch beschrieben, dass mir der Griff in die Taschentuchbox nicht erspart geblieben ist.

Was kommt jetzt? Der vermutliche Abschlussband der Psy-Changelings. Der Hauptakteur soll wohl Aden, Vasic‘ Kollege in der Pfeilgarde sein. Über seine Gefährtin hingegen weiss man noch nichts. Doch Aden allein ist schon ein sehr interessanter Charakter, der in diesem Buch schon sehr viel Platz eingeräumt bekommen hat.

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