Überleben für die Liebe – Mary Balogh

Zu Besuch bei einer Freundin, trifft Lady Gwendoline auf einen Mann, der ihr Herz aus dem Takt bringt. Nach Jahren der Witwenschaft ist es ausgerechnet der unfreundliche und harte Hugo Emes, Lord Trentham, der Gwens Interesse erweckt. Während Gwen ihren Besuch bei ihrer Freundin schon wieder bereut, erhofft Hugo sich im Haus des Duke of Stanbrook in Gesellschaft von guten und engen Freunden eine gute Zeit zu verbringen. Doch Lady Gwen stürzt Hugo in ein Dilemma und er beginnt sein Leben und seine Erwartungen und Einstellungen dazu zu hinterfragen.

Bei einem Ausflug zum Strand verletzt Gwendoline sich und Hugo ‚rettet‘ sie aus ihrer mißlichen Lage. Gwen ist die Angelegenheit zutiefst peinlich und Hugo ist wenig geneigt der Lady mit ausgesuchter Freundlichkeit zu begegnen. Denn Hugo, der seinen Titel wegen seiner Verdienste im Krieg erhalten hat, entstammt einer völlig anderen Gesellschaftsschicht und verachtet im Grunde die Kreise, in denen er sich jetzt bewegen soll.

Doch wirklich nah kommen ihm in diesen Kreisen nur der Duke of Stanbrook und einige Leidensgenossen, die ebenfalls vom Krieg auf die ein oder andere Weise gezeichnet wurden. Zwar wirkt Hugo äusserlich unversehrt, doch der Krieg hat seine Spuren hinterlassen und die Schlacht, die ihn zu Ruhm gebracht hat, hat ihn auch fast in den Wahnsinn getrieben.

Auch in Gwens Leben gab es viele Tragödien, die sie geprägt aber nicht hart gemacht haben. So verlief ihre Ehe nicht ganz so glücklich wie sie alle glauben lässt. Jung wurde sie zur Witwe und verlor auch noch ihr ungeborenes Kind. Ausserdem wurde sie bei einem Reitunfall schwer verletzt, so dass ein Hinken die Folge ist.

Durch den Unfall am Strand ist Gwen gezwungen in Stanbrooks Haus zu bleiben. Obwohl sie sich erst als Eindringling fühlt, gelingt es ihr sich gut einzufügen und mit den anderen Gästen anzufreunden. Hugo hingegen bleibt schwierig. Und doch verbringen sie Zeit zusammen, lernen sich kennen und irgendwann auch zu verstehen. Es scheint sich etwas zwischen ihnen zu bewegen, doch dann reist Gwen ab. In London gibt es ein Wiedersehen. Doch es scheint unmöglich, dass sie beide ihre Vorurteile überwinden und sie zu ihren Gefühlen stehen.

Gwen und Hugo haben beide ihre Geheimnisse, die Stück für Stück ins Licht gezerrt werden. Fast schon bedrückend erzählt die Autorin Hugos Geschichte und seine innere Zerrissenheit. In Mary Baloghs Büchern wird der Krieg niemals romantisiert oder geschönt. Ihre Helden sind meist gebrochen und gezeichnet. Für mich war Hugo eine sehr glaubwürdige Figur, auch wenn er phasenweise sehr ruppig agierte.

Die Autorin macht es ihrem Heldenpaar niemals einfach. So müssen Gwen und Hugo einige Hindernisse überwinden. Dabei stehen sie sich selbst oft im Weg. Dadurch bekommt das Buch gelegentlich etwas Längen. Doch die Sprache ist gut gelungen und die Entwicklung der Protagonisten ist durchaus schlüssig. Trotzdem ist dieser erste Teil des Survivor’s Clubs gut gelungen und macht Lust auf mehr. Denn Hugos Leidensgenossen aus Kriegszeiten, wie auch in Zeiten der Genesung beim Duke of Stanbrook, sind sehr vielversprechend!

 

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