Zärtlicher Winter – Courtney Milan

Lydia Charingford ist eine entzückende junge Dame, die mit ihrem Lächeln immer Fröhlichkeit verbreitet. Doch sie verbirgt schon viele Jahre ein Geheimnis, von dem nur ihre Eltern und der Arzt Dr. Jonas Grantham wissen. Zwar hat ihr Geheimnis die Zeit überdauert und ihr keinen weiteren gesellschaftlichen Schaden zugefügt, doch im Umgang mit dem extrem direkten Arzt wird es zusehends zum Problem für Lydia.

Ausserdem erkennt Jonas Lydia auch erstmal nicht als eine frühere Patienten, während sich Lydia hingegen ganz genau an den distanzierten und herablassenden Arzt von damals erinnert. Jonas ist fasziniert von der hübschen Lydia, doch die lässt ihn monatelang links liegen und zeigt keine Anzeichen, dass sie diese Bekanntschaft vertiefen möchte.

Vor Weihnachten jedoch lässt sie sich dann auf eine Wette ein um Jonas endlich loszuwerden. Doch während dieser Wette lernt sie ihn besser kennen und auch Jonas erkennt seine Fehler und Lydia so wie sie wirklich ist. Ausserdem stachelt Jonas ihre Neugierde an. Denn der junge Arzt ist sehr aufgeschlossen und um seine Mitmenschen bemüht. Doch seine Ansichten sind nicht nur revolutionär, sondern auch gewagt und skandalös.

Lydia und Jonas kennt man schon auf dem vorherigen Teil der Reihe, doch blieben sie dabei nur schmückendes Beiwerk. In ihrer eigenen Geschichte bekommen sie jedoch Konturen und eine durchaus schmerzliche Vergangenheit. Vor allem Lydia leidet noch immer unter ihrem Fehltritt, der sie sehr nahe an den Abgrund des gesellschaftlichen Lebens gebracht hat. Vor allem Jonas gegenüber hat sich große Hemmungen und auch Vorbehalte.

Allerdings ist Jonas nicht der Bösewicht, für den Lydia ihn hält. Ganz im Gegenteil. Geduldig, wenn auch manchmal ein wenig unorthodox umwirbt er die spröde Schöne, die er erst für das 11t-hübscheste Mädchen auf seiner Liste hatte.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, das wie immer sehr flüssig geschrieben ist und den Leser nicht mit Längen langweilt. Lydia, wie auch Jonas sind sehr angenehme Protagonisten, die eben ihre Sicht auf die Welt und die Dinge haben. Das kann man ihnen auch zugestehen, da sie ja durchaus lernfähig sind und auch von ihren anfänglichen Positionen durchaus Abstand nehmen.

Ob Ärzte in dieser Gesellschaftsschicht nun wirklich schon so freizügig mit ihrem Wissen bei jungen Damen um sich geworfen haben, bleibt dahingestellt. Und auch, ob wirklich alle Eltern so großherzig und liebevoll wie die von Lydia waren, ist wohl auch eher unwahrscheinlich. Aber wer einen romantischen, historischen Liebesroman lesen möchte, will sich auch nicht immer mit den nackten, oft wenig romantischen Tatsachen, herumschlagen.

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