One fateful Night – Leonora Stratton

Die junge Adelyna Mulgrave ist frisch verlobt mit Richard Avery, da bricht auch schon die Katastrophe über sie. Ein gewisser Jared Farley provoziert ihren Verlobten so lange, bis dieser ihn zum Duell fordert. Plötzlich scheint ihre Zukunft mehr als ungewiss und Adelyna beschliesst aktiv zu werden. Auf gar keinen Fall darf ihr Verlobter bei diesem Duell sterben und damit all ihre Zukunftspläne zu Fall bringen. Also nimmt Adelyna all ihren Mut – und ein wenig Alkohol – zusammen und sucht den Schurken Farley auf um ihn um Gnade zu bitten.

Doch Jared denkt gar nicht daran Avery zu verschonen. Zu groß ist der Groll, nein der Hass auf Avery und Jared hat gute Gründe dieses Duell zu provozieren. Doch da fällt ihm nun die bezaubernde Adelyna vor die Füsse und Jared macht dem unerfahrenen Mädchen ein unmoralisches Angebot. Unerwartet Adelyna reagiert anders als erwartet und tatsächlich verbringt sie mit Jared eine Nacht – in der Hoffnung damit ihren Verlobten retten zu können. Doch sehr schnell muss das naive Mädchen begreifen, dass ihre unbedachte und unüberlegte Handlung weitgreifende Folgen nach sich zieht ….

Das Setting ist überschaubar. Hauptakteurin ist Adelyna Mulgrave, die gemeinsam in der Obhut ihrer Großeltern aufgewachsen und streng erzogen worden ist. Vor allem die Erwartungshaltung ihrer Großeltern übt großen Druck auf das junge, sehr naive Mädchen aus und sie fügt sich ihren Wünschen ihrer Großeltern, die längst eine passende Partie für sie ausgesucht und arrangiert haben. Dabei spielt wohl die uralte Familiengeschichte der Mulgraves eine große Rolle.

Adelynas Verlobter ist der unterkühlte Richard, aus den man nicht ganz schlau wird. Erst im Laufe der Geschichte offenbart sich seine Persönlichkeit, die wenig einnehmend ist. Schurke und Held zu gleichen Teilen ist Jared Farley, der seit Jahren im Dauerzwist mit seinem Vater liegt. Da Jared aber sein einziger Erbe ist, arrangiert man sich eben irgendwie. Jedoch agiert Jared – der durchaus einen guten Kern hat – oft sehr kopflos, impulsiv und denkt einfach nicht nach. Und genau das und die unsagbare Naivität von Adelyna lässt diese Geschichte sehr schnell ins Drama abgleiten.

Der Debütroman von Leonora Stratton lässt mich ein wenig ratlos zurück. Einerseits kann die Autorin mit einem wirklich flüssigen Schreibstil und einem guten Spannungsbogen punkten. Es gibt auch keine neumodischen Ausdrücke die in einem Historical nichts zu suchen haben und die Autorin hat sich auch große Mühe in der korrekten Benennung der zeittypischen Kleidung gemacht.

Doch für mich persönlich ist der Roman einfach überladen. Es passiert einfach zuviel und kaum glaubt man, dass die Geschichte ein wenig ruhiger weiter geht, kommt schon das nächste Klischee um die Ecke. Sei es nun Adelynas völlig kopflose Flucht nach London, Familiengeheimnisse, Schmuggel, zerstrittene Familien, fehlende Anstandspersonen, usw. – mehr mag ich da gar nicht verraten. Natürlich muss man der Heldin ihr sehr jugendliches Alter zugute halten. Ganz offensichtlich ist sie sehr behütet und streng aufgezogen worden. Andererseits hätten ihr die Vorkommnisse der Vergangenheit doch zu denken geben müssen.

Ein gut geschriebenes Debüt, das im Plot dann doch etwas zu überladen war. Trotzdem gibt es dafür 3 Sterne.

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