LaLaurie – Dunkle Spiele – Jules Saint-Cruz

Tara LaLaurie ist die Tochter eines angesehenen Richters und wuchs in geordneten und privilegierten Verhältnissen auf. Dennoch liegt ein Schatten über ihr und der Familie, mit der sie nichts verbindet. Ständig bekommt sie zu spüren, dass sie eine Enttäuschung ist und die Erwartungen – sei es nun beruflich oder privat – nicht erfüllt. Tara lebt für ihren Beruf als Literaturdozentin und führt eine sexuelle Beziehung mit einem Polizisten, er ihren Eltern sehr genehm wäre.

Doch Ethan entspricht nicht ihrer Vorstellung von einer kontinuierlichen Beziehung. Allerdings ist er ganz praktisch, wenn man sie wieder einmal in den Knast sperren möchte. Bei einem ihrer gemeinsamen, sexuellen Abenteuer lernt Tara einen faszinierenden Mann kennen, der sich als Jay ausgibt. Er ist mysteriös und Tara spürt, dass sie ihm nicht trauen kann. Allerdings fühlt sie sich auch zu ihm hingezogen und versucht ihn zu ergründen. Doch Jay ist nicht Jay und verbirgt eine dunkle und schmerzliche Vergangenheit vor Tara. An diesem Schmerz ist vor allem Taras Vater schuld. Und eines Tages scheint die Chance auf Rache gekommen zu sein.

Dieses Buch zu bewerten fällt mir etwas schwer, da ich die Autorin sehr schätze und ich ihre Geschichten liebe. Mit LaLaurie hat sie sich jedoch in eine neues Genre gewagt und mit Romantic Suspence habe ich per se so meine Probleme. Ich möchte jedoch vorausschicken, dass Jules Saint-Cruz über einen wunderbaren und faszinierenden Erzählstil verfügt. So wie sie von New Orleans schreibt, hat man das Gefühl mit ihr durch die Stadt zu flanieren und ganz in ihr einzutauchen. Mittendrin, statt nur dabei.

Saint-Cruz Protagonisten sind sehr reduziert, distanziert und es fällt einem schwer sie kennenzulernen. Während Jay natürlich fasziniert und neugierig macht, ist die Heldin Tara unergründlich. Ich für meinen Teil habe sie nicht verstanden. Ob nun im Umgang mit ihren Eltern, die sie ständig verletzen oder ihr ambivalentes Verhältnis zum Teilzeit-Lover Ethan. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist Tara, trotzdem bleibt sie einem fremd und wirklich nahe kommt sie einem nicht, auch wenn ihre Reaktionen durchaus plausibel sind.

Jay, der mysteriöse Fremde, wird seiner Rolle gerecht. Man weiss nicht ob nun gut oder böse. Man erahnt ein bisschen was, aber wissen tut man es nicht. Erst zum Ende hin wird offenbar wer er wirklich ist und welche Rolle er für die LaLauries spielen wird.

Die Geschichte hat viele Wechsel und man muss schon genau aufpassen, dass man nichts verpasst. Der Erzählstil ist spannend, aber auch sehr düster gehalten. Mir hat auch gefallen, dass die Autorin mit der Erotik spielt, ohne dass es eine Bettgeschichten-Dauerschleife wird. Da hat sie sich wirklich Mühe gegeben und spielt mit der Erwartung des Lesers.

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